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Wie wurde der Rhein zum "Restrhein"?

Aufgrund der Gefälleverhältnisse (von im Durchschnitt von etwas weniger als 1 Pro-mille), der mächtigen Kiesablagerungen im Oberrheingraben und der Geschiebefracht bildete der Rhein zwischen Basel und Breisach bis etwa 1840 eine sogenannte Furkationsaue. Das Wort "Furka" bedeutet "Gabel" und bezeichnet die vielen Verästelungen des Flusslaufs in der Aue. Der Rhein konnte sich auf einer Breite bis zu zwei Kilometern seinen Weg selbst suchen und floss weit verzweigt zwischen zahlreichen mehr oder weniger bewachsenen Kiesinseln. Nach jedem "gestaltbildenden" Hochwasser erschien die Furkationsaue völlig umgestaltet. Ein wirtschaftliche Nutzung der Furkationsaue war für die Anliegergemeinden auf dem Hochgestade links und rechts des Wildstroms nur sehr eingeschränkt möglich.

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Über viele Jahrhunderte wurde lokal immer wieder versucht den Rhein in ein vorgegebenes Bett zu zwingen. Doch erst mit der "Rektifikation" des Rheins? nach Plänen des badischen Ingenieurs Johann Gottfried Tulla (1770-1828) und den Bauarbeiten in den Jahren 1842-1876 gelang dies. Die Idee Tullas war es, durch gezielte Verengung des Flussbettes, den Rhein sich selbst ein tieferes Bett graben zu lassen. Tullas hauptsächliche Ziele waren der Schutz der am Rhein gelegenen Ortschaften vor Hochwasser und die so genannte Melioration, d.h. die Trockenlegung weiter Auenbereiche zu Gunsten einer land- und forstwirtschaftlichen Nutzung (Tullas Denkschrift von 1825). Nur bei großen Hochwassern wurden die Flächen links und rechts des Rheins noch überschwemmt.

Tullas Plan, den Rhein sich selber tiefer legen zu lassen, war aber erfolgreicher als gedacht und erwünscht. So lag der Rhein bei Istein bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zu sieben Meter tiefer als vor der Rektifikation. Die Tiefenerosion des Rheins hatte erhebliche Grundwasserabsenkungen zur Folge. In den ehemaligen Überschwemmungsflächen entstand eine so genannte "Trockenaue". Dort wo sich früher der Wildstrom in der Furkationsaue kilometerbreit verzweigte, fließt er heute fast geradlinig durch trockene Kiefernwaldareale.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich die politische Ausgangssituation am Oberrhein vollständig verändert. Mit dem Versailler Vertrag von 1919 bekam Frankreich das alleinige Recht zur Nutzung der Wasserkraft des südlichen Oberrheins zugesprochen. Frankreich begann die bereits 1902 unter dem Anstoß des elsässischen Industriellen René Koechlin erarbeiteten Pläne für einen vollständig betonierten Kanals parallel zum "Tullaschen Rhein" – den Grand Canal d’Alsace (auch Rheinseitenkanal genannt) - in die Realität umzusetzen. Der noch vor dem Zweiten Weltkrieg begonnene Kanalbau sollte auch das unerwünschte Fortschreiten der Tiefenerosion stoppen.

Im Versailler Vertrag war außerdem festgelegt worden, dass nun auch die Schweiz in der Zentralkommission für die Rheinschiffahrt vertreten war und damit erstmalig über die Geschicke des Oberrheins mitreden durfte. Die Schweiz hatte starkes Interesse daran, dass der "Tullarhein" bereits vor Fertigstellung des Grand Canal d`Alsace für die Schifffahrt ausgebaut, das heißt durch Buhnenbau in seinem Niedrigwasserabfluss reguliert werden sollte. Letztlich wurden beide Maßnahmen realisiert.

Nach der Fertigstellung des Kanalbaus mit vier Wehranlagen und Laufwasser-Kraftwerken in den 1950er Jahren wurde der ehemalige Tullarhein auf einer Fließstrecke von etwa 45 Kilometern zwischen Märkt (kurz unterhalb von Basel) und Breisach zum "Restrhein" degradiert. Während im Grand Canal d’Alsace mehr als 1400 cbm/s zur Stromgewinnung und zur Sicherung der Schifffahrt abgeleitet werden, wird der Abfluss im "Restrhein" im Mittel an 300 Tagen im Jahr auf 20 bis 30 cbm/s reguliert. Zum Vergleich: Der natürliche Abfluss des Rheins liegt im Mittel bei 1030 cbm/s bei Basel.

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